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Wenn man keine Milch verträgt = Laktose-Intoleranz

Milchprodukte

15 – 20% der erwachsenen Europäer vertragen keinen Milchzucker (Laktose). Ihnen fehlt das Enzym Laktase. Von vielen Asiaten, Afrikanern und Südamerikanern weiß man das. Etwa jeder siebte deutsche Bundesbürger leidet an einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz).

Durch das Fehlen des Enzyms Laktase kommt es bei dem Genuss von Milch und Milchprodukten zu Übelkeit und Blähungen bis zu Durchfall und Krämpfen. Vielen ist gar nicht bewusst, dass ihre Beschwerden auf diesen Enzymmangel beruhen. Deshalb ist es wichtig, von einem Arzt die richtige Diagnose zu erhalten. Dann kann der Betroffene seine Ernährung darauf einstellen und ist beschwerdefrei.

Je nach Empfindlichkeitsgrad werden geringe Laktosemengen und somit auch bestimmte herkömmliche Milchprodukte vertragen. So hat Butter generell unter 1% Laktose und wird gut vertragen, da sie auch nur in geringen Mengen verzehrt wird. Die meisten Käsesorten, vor allem Hartkäse und Schnittkäse wie Emmentaler, Bergkäse oder Gouda enthalten durch den Herstellungsprozess nur noch Spuren von Milchzucker und sind deshalb ebenfalls gut verträglich.

Laktose sowie Milch und Milchbestandteile müssen als Zutaten bei allen verpackten Lebensmitteln schon jetzt angegeben werden. Die Menge der enthaltenen Laktose jedoch nicht. Ein Produktvergleich ist für Betroffene daher gar nicht möglich. Diese Situation wird von den Herstellern von Spezialprodukten ausgenutzt.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von laktosefreien Milchprodukten auf dem Markt. Darin ist der Milchzucker schon aufgespalten. Meist sind diese laktosefreien Produkte deutlich teurer als herkömmliche Lebensmittel.

Verschiedene Verbraucherzentralen haben für einen Marktcheck normale Milchprodukte mit „laktosefrei“-Deklarierten verglichen. Dabei ist aufgefallen, dass auch solche Milchprodukte als „laktosefrei“ ausgelobt werden, die sowieso nur wenig oder keine Laktose enthalten, aber dennoch viel mehr kosten.

Hier einige als „milchzuckerfrei „ gekennzeichnete Produkte aus den Bereichen Wurst, Käse und Brot in der Zusammenfassung:
  1. Der durchschnittliche Preisaufschlag der im Marktcheck untersuchten Produkte lag bei ca. 140 Prozent.
  2. Laktosefreie Wurst war im Durchschnitt um 95 Prozent teurer.
  3. Schinken, Kochschinken und Putenbrust enthalten natürlicherweise gar keine Lactose und der Zusatz bei der Herstellung ist auch nicht üblich.
  4. Der Preis für laktosefreien Käse betrug ca. 122 Prozent mehr als die konventionellen Käseprodukte. Die Klassiker Emmentaler, Gouda, Tilsiter und Butterkäse sind von Natur aus „streng laktosearm“ und können normalerweise bedenkenlos verzehrt werden.
  5. 383 Prozent teurer als normales Schwarzbrot war das als gluten- und laktosefrei deklarierte Schwarzbrot von Minus L und mit fast fünffachem Preis der Spitzenreiter im Marktcheck, obwohl Brot in der Regel gar keine Laktose enthält. Auch das in dieser Rubrik untersuchte Knäcke- und Mehrkornbrot war mit Preisaufschlägen von 170 Prozent und 277 Prozent besonders überteuert.
  6. Butter, die von Natur aus „laktosearm“ ist und ohnehin nur in geringen Mengen gegessen wird, war in der laktosefreien Variante 217 Prozent teurer.

Unsere Tipps
 für Menschen mit einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit):

Wir raten betroffenen Personen, die Intoleranz auf jeden Fall von einem Facharzt dignostizieren zu lassen. Leider überprüfen einige Ärzte ihre Patienten mit unzureichenden Methoden. Lassen sie individuell prüfen, in welchen Mengen auch gewöhnliche Lebensmittel gegessen werden können. Jeder Mensch hat eine persönliche Toleranzgrenze für Milchzucker.

Wenn in normalen Fertigprodukten Milchzucker, Milchpulver, Molke oder Sahne verarbeitet wurden, dann müssen diese Zutaten auf der Verpackung gelistet sein. Je weiter hinten in der Zutatenliste diese Angaben zu lesen sind, desto geringer ist ihr Anteil. Kommt Laktose beispielsweise als Trägerstoff von Aromen oder Geschmacksverstärkern zum Einsatz, sind die Mengen für milchzuckerempfindliche Personen meistens unbedenklich.

Viele Fruchtjoghurts werden heute erhitzt, das kann zur Folge haben, dass die Milchsäurebakterien nicht mehr ausreichend wirksam sind, also bauen sie kaum noch Laktose ab, wird zusätzlich Milchpulver unter den Joghurt gegeben erhöht sich der Laktosegehalt. Verwenden sie säuerliche Naturjoghurts ohne jeglichen Zusatz.

Spezielle Milchprodukte aus Südeuropa, wie z.B. Ayran, ist mit Wasser verdünnter Joghurt und enthält daher weniger Laktose. Joghurt nach griechischer Art oder Sahnejoghurt enthalten mehr Fett. Sie werden dadurch langsamer verdaut, so dass mehr Laktose im Körper aufgespalten werden kann.

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