Stressfrei essen – mit Blick aufs Etikett

Seit Dezember 2014 sind allergene Zutaten in Lebensmitteln gesondert zu kennzeichnen. Ziel ist es, dem Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf und beim „Essen außer Haus“ umfassend zu informieren.

5 bis 7 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Lebensmittelallergie! Daher stehen allergene Zutaten jetzt stets auf dem Etikett der Lebensmittelverpackungen! Wir haben Ihnen die Hitliste der allergenen Zutaten einmal zusammengestellt:

Vierzehn Lebensmittel lösen in Europa am häufigsten Allergien aus. Sie müssen jetzt auf dem Etikett erkennbar sein, auch wenn sie nur in kleinen Mengen im Lebensmittel vorkommen:

  • Glutenhaltige Getreide (Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybridstämme)
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fisch
  • Erdnüsse
  • Soja
  • Milch (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte (Mandel, Haselnuss, Kaschunuss, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss, Queenslandnuss)
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Schwefeldioxid und Sulfide (ab 10 Milligramm pro Kilogramm oder Liter)
  • Süßlupinen
  • Mollusken (Weichtiere wie Schnecken)

Unser Tipp: Schauen Sie dreimal hin!


Die Kennzeichnung können Sie auf dem Etikett an drei verschiedenen Stellen finden:
  • Im Namen des Produktes, z. B. „Milchschokolade“
  • In der Zutatenliste, z.B. „Sesam“
  • Bei Lebensmittel ohne Zutatenliste, wie z.B. Wein mit einem zusätzlichen Hinweis, z. B. „enthält Schwefel“

Was ist mit Verarbeitungsprodukten?

Nicht nur der allergene Rohstoff selbst, auch alles was daraus hergestellt wurde, muss gekennzeichnet werden. Die „Allergenen Vierzehn“ dürfen sich nicht mehr hinter Zusatzstoffen oder Sammelbezeichnungen verstecken. Ab sofort können Sie z. B. erkennen:
  • Ob das Lecithin in der Schokolade aus Ei oder Soja hergestellt wurde.
  • Ob das Pflanzenöl in Chips aus Erdnüssen stammt.
  • Ob die Gewürzmischung Sellerie enthält.
  • Ob der Wein in der Weincreme geschwefelt wurde.
  • Ob Milchzucker als Trägerstoff für die Vitaminmischung verwendet wurde.

13 Verarbeitungsprodukte nicht allergen

Einige Zutaten werden durch industrielle Verarbeitungsprozesse so stark verändert oder gereinigt, dass sie ihr allergenes Potenzial verlieren. Teilweise werden diese Produkte schon jetzt in Lebensmitten für Allergiker verarbeitet. Dazu gehört z. B. Glukosesirup aus Weizenstärke. In den letzten Jahren wurde in Studien von Wissenschaftlern der Europäischen Lebensmittelbehörde bestätigt, dass diese hoch verarbeiteten Erzeugnisse nicht mehr allergen wirken.

Die Hersteller dieser Erzeugnisse sind daher von der Allergenkennzeichnung befreit. Die folgenden 13 Stoffe und Lebensmittelzutaten sind von der Kennzeichnung befreit:

Erzeugnisse aus glutenhaltigem Getreide
  • Glukosesirup auf Weizenbasis einschließlich Dextrose
  • Maltodextrine auf Weizenbasis
  • Glukosesirup auf Gerstenbasis
  • Getreide für Destillate von Spirituosen
Fischerzeugnisse
  • Fischgelatine als Trägerstoff für Vitamin- oder Karotinoinzubereitungen
  • Fischgelatine oder Hausenblase als Klärhilfsmittel in Bier, Wein und Apfelwein

Erzeugnisse aus Soja
  • Natürliche gemischte Tocopherole (E306), natürliches D-alpha-Tocopherol, natürliches D-alpha-Tocopherolacetat, natürliches D-alpha-Tocopherolsuccinat
  • Aus pflanzlichen Ölen aus Sojabohnen gewonnene Phytosterine und Phytosterinester
  • Aus Pflanzenölsterinen gewonnene Phytostanolester
  • Vollständig raffiniertes Sojabohnenöl und -fett

Milcherzeugnisse
  • Molke zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaflichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke
  • Lactit

Erzeugnisse aus Nüssen
  • Schalenfrüchte für die Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholischen Getränke

Kennzeichnung von zusammengesetzten Zutaten

Auch für Allergiker, die auf andere Lebensmittel reagieren, als die allergenen Vierzehn, wird das Leben jetzt einfacher. Früher mussten die Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten nicht aufgelistet werden, wenn weniger als 25% davon im Lebensmittel enthalten waren. So konnten Erdbeerallergiker nicht erkennen, ob die Fruchtzubereitung im Joghurt Erdbeeren enthält; Möhrenallergiker konnten nicht feststellen, ob für die Gemüsefüllung von Teigtaschen Möhren verarbeitet wurden. Jetzt müssen alle Einzelbestandteile von zusammengesetzten Zutaten aufgelistet werden, z. B.:
  • die Zutaten der Fruchtzubereitung im Fruchtjoghurt
  • die Zutaten der Schokocreme im Keks
  • die Bestandteile von Brühwürstchen im Eintopf

Lediglich von fünf Produktgruppen müssen die Bestandteile nicht mehr einzeln aufgelistet werden, vorausgesetzt ihr Anteil beträgt im Lebensmittel weniger als 2 % und sie enthalten keines der vierzehn Hauptallergene. Das sind Kräuter und Gewürzmischungen, Konfitüren und ähnliche Erzeugnisse, Kakao- und Schokoladenerzeugnisse, Fruchtsäfte und Fruchtnektar, Jodsalz.


Das bedeutet für die Kennzeichnung:
  • Enthält ein Lebensmittel beispielsweise mehr als 2 % Gewürzmischung, dann ist eine Auflistung der Gewürzzutaten nötig.
  • Bei einem Anteil unter 2 % müssen die Zutaten der Gewürzmischung nicht angegeben werden.
  • Befindet sich allerdings eines der hauptallergene wie Senf oder Laktose in der Gewürzmischung, dann muss auf diese allergene Zutat hingewiesen werden.

Kennzeichnung loser Ware
Die neue Lebensmittel-Informations-Verordnung (EU 1169/2011) sieht, neben der Kennzeichnung der Hauptallergene in verpackter ware, auch eine obligatorische Information über potenzielle Allergene in lose abgegebenen Lebensmitteln vor. Das bedeutet konkret, dass ab dem 13.12. 2014 zum Beispiel in der Bäckerei, der Metzgerei, im Restaurant oder im Hotel die vierzehn häufigsten Auslöser von Lebensmittel-Unverträglichkeiten gekennzeichnet werden müssen, wenn sie als Zutat in einem Produkt vorkommen. Die Art und Weise der Bereitstellung der Informationen bleibt den einzelnen Mitgliedsstaaten überlassen.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Sprechen Sie uns ruhig an, wir helfen gerne weiter!

Weitere Informationen enthalten Sie außerdem bei Ihrer Verbraucherzentrale oder im Internet unter www.allergen-kennzeichnung.de

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